Der malische Übergangspräsident General Assimi Goïta hat den französischen Geheimdienstagenten Mathieu N’Dela begnadigt, der seit 2023 eine 20-jährige Haftstrafe in Mali verbüßt hatte. Die Begnadigung, die am Freitag bekannt gegeben wurde, gilt als seltene diplomatische Geste inmitten jahrelanger Spannungen zwischen Mali und Frankreich.
Der Agent war 2023 nach einer gerichtlichen Verurteilung wegen „Untergrabung der staatlichen Sicherheit“ und „Spionage“ zu zwei Jahrzehnten Haft verurteilt worden. Die französische Regierung hatte damals die Anklage als politisch motiviert kritisiert und eine faire Behandlung gefordert. Die Begnadigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da sich das Verhältnis beider Länder weiter abgekühlt hat, insbesondere nach dem Abzug französischer Truppen aus Mali im Jahr 2022 und der zunehmenden militärischen und politischen Zusammenarbeit Malis mit Russland.
Beobachter sehen in der Begnadigung möglicherweise einen symbolischen Schritt, um internationale Spannungen abzubauen, ohne dass dies jedoch eine grundlegende Kursänderung der malischen Übergangsregierung andeutet. Die seit 2020 regierende Militärjunta hat wiederholt ihre Anti-Frankreich-Rhetorik betont und die französische Einflussnahme in der Region als kolonialistisch verurteilt.
Die Entscheidung könnte auch im Kontext der laufenden Bemühungen um eine Stabilisierung der inneren Sicherheitslage in Mali stehen, wo islamistische Aufständische weiterhin weite Teile des Landes unsicher machen. Trotz der Entlassung bleibt das Verhältnis zwischen Paris und Bamako angespannt, wobei beide Seiten unterschiedliche geopolitische Allianzen verfolgen.
Quellen: RFI, AllAfrica – West Africa