Neue Untersuchungen der amerikanischen Denkfabrik Center for Advanced Defense Studies (C4ADS) beleuchten die wachsende militärische Präsenz Russlands im westafrikanischen Raum – insbesondere in Mali. Demnach wird eine gezielte Luftlogistik genutzt, um russische Truppen und Kriegsmaterial über eine sogenannte „Africa Corps Airline“ in die Region zu bringen.
Die Untersuchung identifiziert sieben Fluggesellschaften, darunter russische und staatliche afrikanische Airlines, die regelmäßig Flüge zu Militärstützpunkten in Mali, Burkina Faso und Niger durchführen. Diese Flüge seien oft außerhalb regulärer Passagierrouten angesiedelt und dienten offenbar dem Transport von schwerem Gerät, Munition und russischen Sicherheitsberatern – viele davon vermutlich Angehörige der Wagner-Gruppe oder verbündeter Einheiten.
Die Flugrouten führen von Russland über Syrien und Zentralafrika nach Westafrika, wobei Zwischenstopps in Ländern wie Sudan und der Zentralafrikanischen Republik genutzt werden. In Mali sind die Hauptziele Militärflugplätze in Gao und Timbuktu, die seit Jahren als Operationsbasen für die lokale Armee und ausländische Verbündete dienen.
Die Enthüllungen unterstreichen die strategische Neuausrichtung Malis weg von westlichen Partnern hin zu russischen Allianzen. Während die malische Übergangsregierung die Zusammenarbeit mit Russland als souveränen Schritt feiert, warnen internationale Beobachter vor den langfristigen Folgen für die Stabilität der Region und die Menschenrechte.
Die Abhängigkeit von russischer Militärhilfe geht einher mit zunehmender Isolation Malis von internationalen Organisationen wie der UNO und der Europäischen Union, die Sanktionen gegen die Junta verhängt haben. Gleichzeitig bleibt die Sicherheitslage im Land prekär, mit anhaltenden Angriffen islamistischer Gruppen im Norden und Zentralmali.
Quellen: The Africa Report, AllAfrica – West Africa