Opfer der beiden verheerenden Bürgerkriege in Liberia haben ihre Unterstützung für die Initiative von Präsident Joseph Nyuma Boakai zur Einrichtung eines War and Economic Crimes Court bekräftigt. Die Betroffenenorganisationen rufen das liberianische Parlament dazu auf, die erforderlichen Gesetze zur Schaffung des Sondergerichts zügig zu verabschieden, um endlich Gerechtigkeit für die zahlreichen Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen der Vergangenheit zu schaffen.
Die Bürgerkriege in Liberia (1989–1997 und 1999–2003) forderten mehr als 250.000 Todesopfer und hinterließen tiefe gesellschaftliche Wunden. Trotz wiederholter Forderungen blieb die strafrechtliche Aufarbeitung bislang aus. Ein Bericht der Wahrheits- und Aussöhnungskommission aus dem Jahr 2009 hatte die Einrichtung eines solchen Gerichts empfohlen, doch politischer Widerstand verhinderte bisher dessen Umsetzung.
Präsident Boakai hat die Schaffung des Tribunals zu einer seiner zentralen innenpolitischen Prioritäten erklärt. Er betont, dass ohne juristische Aufarbeitung keine dauerhafte Versöhnung möglich sei. Die Opferverbände begrüßen diesen Schritt als historische Chance, Täter zur Rechenschaft zu ziehen und den Opfern Anerkennung zu verschaffen. Gleichzeitig warnen sie vor weiteren Verzögerungen im parlamentarischen Prozess.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Central Africa