Ein gewalttätiger Beziehungskonflikt endete in Hamburg-Neuallermöhe tödlich: Eine 42-jährige Frau hat vor dem Hamburger Landgericht eingeräumt, ihren Ex-Freund im April 2026 in dessen Wohnung mit zwei gezielten Messerstichen in den Hals getötet zu haben. Der Mann erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Obwohl die Angeklagte die Tat handfest zugab, bestreitet sie den Vorwurf des Mordes und macht auf ihre psychische Belastungssituation zum Zeitpunkt der Tat geltend.
Laut Anklage hatte die Frau mehrfach Tötungsfantasien gegenüber dem Opfer geäußert, was aus Therapieunterlagen hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlichem Mord aus, da die gezielten Halsstiche auf eine tödliche Absicht hindeuten. Die Verteidigung argumentiert hingegen mit einer akuten psychischen Krise und fordert eine Strafe unter Mordmaßstäben – möglicherweise eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung.
Der Vorfall ereignete sich in einer Wohnung im Stadtteil Neuallermöhe, einem dicht besiedelten Wohngebiet im Hamburger Osten. Die Polizei wurde durch Nachbarn alarmiert, die laute Auseinandersetzungen hörten. Als die Beamten eintrafen, fanden sie den Mann leblos auf. Die Frau wartete offenbar am Tatort und wurde noch vor Ort festgenommen. Die Ermittlungen zeigten keine Hinweise auf eine Gegenwehr des Opfers.
Das Gericht prüft nun Gutachten zur psychischen Gesundheit der Angeklagten. Ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Der Fall wirft erneut Fragen zur Gewaltprävention in Beziehungs- und Trennungskonflikten auf – besonders vor dem Hintergrund, dass die Frau bereits vor der Tat professionelle Hilfe suchte.
Quellen: ntv – Nachrichten