Neues Zentrum für Sekundärmigration in Halberstadt nimmt Form an

In Halberstadt im Harz entsteht ein neues Zentrum zur Unterbringung von Asylbewerbern im Rahmen der Sekundärmigration. Wie der MDR berichtet, wird das neue ZAST (Zentrale Anlaufstelle für Sekundärmigration) bis zu 150 alleinreisende Männer aufnehmen können. Das Projekt soll helfen, Asylverfahren zu beschleunigen und Rückführungen in jene EU-Mitgliedstaaten zu erleichtern, die für die Bearbeitung der Anträge zuständig sind.

Sachsen-Anhalt reagiert damit auf die steigenden Zahlen von Geflüchteten, die sich innerhalb der EU weiterbewegen und im Land registriert werden. Das neue Zentrum dient als Durchgangsstation, an der Identitäten geprüft, Verfahren eingeleitet und bei fehlender Asylberechtigung Abschiebungen organisiert werden. Die Behörden erhoffen sich durch die zentralisierte Struktur eine schnellere Bearbeitung der Fälle und eine Entlastung der kommunalen Unterkünfte.

Das Zentrum wird in einem bereits bestehenden Gebäudekomplex eingerichtet, das entsprechend umgebaut und sicherheitsrechtlich angepasst wird. Die Betriebsführung liegt bei der Zentralen Ausländerbehörde Sachsen-Anhalts (ZASt). Kritiker befürchten jedoch, dass die Einrichtung zu einer längerfristigen Unterbringung führen könnte, wenn Rückführungen aufgrund diplomatischer oder logistischer Hürden stocken. Die Landesregierung betont hingegen die vorübergehende Natur der Unterbringung und die Notwendigkeit rechtssicherer Verfahren.

Quellen: MDR – Nachrichten