Schulstart in Brandenburg: Über 300 Lehrerstellen bleiben vorerst unbesetzt

Am Montag starten über 324.000 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg nach den Sommerferien wieder in das neue Schuljahr. Doch der Beginn fällt unter schwierigen Bedingungen: Laut Angaben des Bildungsministeriums bleiben zu Schulbeginn 313 Lehrerstellen landesweit zunächst unbesetzt. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) bezeichnete die Lage als eine der größten Herausforderungen für das brandenburgische Bildungssystem.

Um den Unterricht abzusichern, greift das Ministerium auf verschiedene Maßnahmen zurück: Neben der verstärkten Nutzung von Quereinsteigern und Lehramtsabsolventen ohne Zweites Staatsexamen sollen auch mehr Lehrkräfte aus anderen Bundesländern geworben werden. Zudem müssten aktive Pädagogen künftig in vielen Fällen mehr Unterrichtsstunden übernehmen, um Lücken zu schließen. Hoffmann betonte, dass die Schulen aufgefordert seien, Prioritäten zu setzen, insbesondere in den MINT-Fächern und an Grundschulen.

Die Lehrergewerkschaften warnen vor Überlastung und fordern mehr strukturelle Unterstützung. „Die Schulen leisten bereits unter enormem Druck großartige Arbeit“, so ein Sprecher der GEW Brandenburg. „Doch dauerhafte Unterrichtsausfälle beeinträchtigen die Bildungschancen von Kindern, besonders in strukturschwachen Regionen.“

Die Landesregierung kündigte an, im Herbst eine umfassende Analyse der Lehrerversorgung vorzulegen, um mittel- und langfristig gegenzusteuern. Bis dahin bleibt die Hoffnung auf eine rasche Besetzung der verbleibenden Stellen – und auf stabile Klassenräume trotz des angespannten Personals.

Quellen: Der Tagesspiegel