Tourismus in Brandenburg leicht rückläufig: Weniger Gäste und kürzere Aufenthalte

Der Tourismus in Brandenburg zeigt im Jahr 2026 eine leicht rückläufige Entwicklung. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts kamen im ersten Halbjahr etwas weniger Gäste nach Brandenburg als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die durchschnittliche Dauer der Aufenthalte ging leicht zurück. Besonders auffällig: Der Anteil ausländischer Touristen bleibt weiterhin sehr gering, was auf eine schwache internationale Ausstrahlung hindeutet.

Experten führen die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: Einerseits fehlt es an zielgerichteter Werbung im Ausland, andererseits spielen infrastrukturelle Engpässe – etwa in der touristischen Beschilderung oder der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr – eine Rolle. Besonders in ländlichen Regionen mit hohem Naturpotenzial, wie der Märkischen Schweiz oder der Uckermark, bleibt die touristische Erschließung verbesserungswürdig.

Dennoch betont der Tourismusverband Brandenburg, dass das Bundesland mit seinen Seen, Wäldern und historischen Stätten weiterhin attraktiv sei. „Wir setzen verstärkt auf Nischen wie den Gesundheits- und Erlebnistourismus sowie auf die Verknüpfung mit Kulturangeboten aus Berlin“, so eine Sprecherin. Auch die Kooperation mit der Hauptstadt, die viele Besucher nach Brandenburg lockt, soll ausgebaut werden.

Im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern bleibt Brandenburg im Mittelfeld. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, fordern Branchenvertreter mehr Förderung für kleine und mittlere Betriebe sowie eine bessere digitale Präsenz der Regionen. Langfristig soll der Fokus auf Nachhaltigkeit und Qualität statt auf bloßer Besucherzahl liegen.

Quellen: Der Tagesspiegel