Kameruns langjähriger Staatschef Paul Biya ist nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im Ausland wieder im Land. Der 93-jährige Präsident kehrte nach 73 Tagen zurück, die er überwiegend in der Schweiz verbracht hatte – ein Umstand, der erneut zu intensiven Spekulationen über seinen Gesundheitszustand führte. Biya, der seit 1982 an der Macht ist, ist einer der ältesten Regierungschefs der Welt, und seine wiederholten längeren Abwesenheiten haben in der Vergangenheit immer wieder Fragen zur politischen Stabilität des Landes aufgeworfen.
Während seiner Abwesenheit übernahm der Vizepräsident der Republik, Dieudonné Essomba, vorübergehend die Amtsgeschäfte, blieb aber weitgehend aus der Öffentlichkeit. Keine offizielle Stelle gab detaillierte Informationen über den Grund für Biyas Reise oder über medizinische Behandlungen bekannt. Dennoch wuchsen innerhalb und außerhalb Kameruns die Befürchtungen, dass der Präsident aufgrund seines Alters und seines Gesundheitszustands nicht mehr in der Lage sei, das Land effektiv zu führen.
Biya war bereits in den vergangenen Jahren regelmäßig für längere Zeit ins Ausland gereist, oft nach Genf, wo er eine Residenz besitzt. Kritiker werfen ihm vor, das Amt aus der Ferne zu führen und dem Land eine Art „regierungsferne Abwesenheit“ zu verordnen. Die Rückkehr könnte kurzfristig für Entspannung sorgen, doch die Debatte über eine klare Nachfolgeregelung und die politische Zukunft Kameruns bleibt ungeklärt.
Quellen: RFI, Premium Times