CSD-Anschlag in Berlin: Opfer berichten von Attacke – Bund und Land planen Schutzmaßnahmen für queere Gemeinschaft

Fast einen Monat nach dem tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day im Berliner Tiergarten haben erste Opfer öffentlich über ihre traumatischen Erfahrungen berichtet. Bei dem Vorfall am 25. Juli wurde eine Frau getötet, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, als ein mutmaßlicher Islamist mit einer Machete in die Feiernde Menge stürmte. Wie nun aus Zeugenaussagen hervorgeht, gelang es mehreren Zivilisten, den Täter unter Einsatz ihrer eigenen Sicherheit zu stoppen und in die Flucht zu schlagen.

„Der kam auf mich zu, eine Machete in der Hand“, zitiert der Tagesspiegel eines der Opfer, das nur unweit der Bühne stand. Mehrere Teilnehmer hätten sich gemeinsam auf den Angreifer gestürzt, bis dieser floh. Die Polizei nahm ihn kurze Zeit später fest. Die Schilderungen zeichnen ein Bild von Panik, aber auch von Mut und Solidarität in der queeren Community und ihren Verbündeten.

Als direkte Reaktion auf den Anschlag haben Bundesregierung und Berliner Senat angekündigt, den Schutz queerer Menschen deutlich zu verstärken. Bundesjustizministerin Dr. Lena Hartmann (Grüne) erklärte, man prüfe eine Grundgesetzänderung, um Diskriminierung aufgrund sexueller Identität explizit einzuschränken. Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich im September einen entsprechenden Gesetzentwurf debattieren. Parallel dazu soll ein Runder Tisch aus Politik, Polizei und LGBTQ+-Organisationen konkrete Maßnahmen zur Sicherheit bei Demonstrationen und Großveranstaltungen erarbeiten.

Quellen: Der Tagesspiegel, ZEIT Online – Deutschland