In Berlin-Neukölln hat ein Routineeingriff bei Kanalarbeiten eine gefährliche Entdeckung zutage gefördert: Eine 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Nähe des Hermannplatzes gefunden. Die Berliner Feuerwehr ordnete daraufhin umgehend die Evakuierung eines Sperrkreises mit einem Radius von 500 Metern an. Davon sind rund 5600 Haushalte betroffen, was etwa 10.000 bis 12.000 Menschen entspricht.
Die Behörden riefen die Anwohner per Lautsprecherdurchsagen und SMS-Warnungen auf, ihre Wohnungen bis zum späten Nachmittag zu verlassen. Als Sammelpunkte wurden mehrere Turnhallen und Gemeindezentren in den umliegenden Stadtteilen eingerichtet. Besonders heikel ist die Lage eines Seniorenheims, das direkt im Gefahrenbereich liegt. Laut Feuerwehrsprecherin Julia Meier sei zwar keine komplette Evakuierung des Heims geplant, stattdessen würden die Bewohnerinnen und Bewohner in kältere, fensterlose Bereiche im Keller gebracht, um sie vor möglichen Druckwellen zu schützen.
Explosionsentschärfer der Deutschen Armee bereiten sich auf die Entschärfung der Bombe vor, die noch am selben Abend stattfinden soll. Solche Funde sind in Berlin kein Einzelfall – seit Kriegsende wurden hier bereits über 80.000 Blindgänger geborgen. Dennoch bleibt jedes Mal ein Risiko: Bei Fehlzündungen oder unsachgemäßer Handhabung kann eine Detonation große Teile der Umgebung beschädigen. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.
Quellen: Welt Online, Der Tagesspiegel