Streit um Haus in Gotha: Bewohnern droht Räumung nach 20 Jahren

In einem Wohnkomplex im Osten der thüringischen Stadt Gotha droht mehreren Haushalten die zwangsweise Räumung. Obwohl einige Bewohner bereits seit rund 20 Jahren in den Räumen leben, hat die Stadtverwaltung nun klargestellt, dass die Immobilie ausschließlich für gewerbliche Zwecke genehmigt ist und keine dauerhafte Wohnnutzung erlaubt.

Die Behörden argumentieren, dass die Nutzung als Wohnraum gegen geltende Bauregeln und Mietgesetze verstößt. Dennoch hatte sich über die Jahre eine feste Gemeinschaft in dem Gebäude etabliert. Die Betroffenen äußern nun große Verunsicherung angesichts des bevorstehenden Verlusts ihrer Heimat. Einige von ihnen haben bereits versucht, alternative Wohnungen zu finden, was in der angespannten Wohnungsmarktlage der Region jedoch kaum gelingt.

Das Gericht hat inzwischen ein Räumungsverfahren eingeleitet. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch die Chancen auf einen Bleiberechtsschutz gelten als gering. Sozialarbeiter und Mieterverbände kritisieren, dass strukturelle Probleme wie Wohnraummangel und Bürokratie die Situation verschärft hätten. Sie fordern eine stärkere Berücksichtigung sozialer Aspekte bei solchen Fällen.

Quellen: MDR – Nachrichten