Ghana setzt einen bedeutenden Schritt zum Schutz seines kulturellen Erbes: Mit der Einführung einer geografischen Angabe (GI) für den traditionellen Kente-Stoff sollen nun Imitationen auf internationalen Märkten eingedämmt und die Rechte lokaler Weber gestärkt werden. Der prestigeträchtige handgewebte Stoff, eng mit der aschantischen Kultur verbunden, genießt weltweit hohes Ansehen – wird aber zunehmend von Billigkopien aus dem Ausland verdrängt.
Die GI-Registrierung ermöglicht es, authentischen Kente-Stoff als Produkt mit Herkunftsnachweis zu kennzeichnen – ähnlich wie Champagner oder Darjeeling-Tee. Dies kann helfen, höhere Preise durchzusetzen, neue Exportmärkte zu erschließen und fairen Handel zu fördern. Doch Experten betonen, dass rechtlicher Schutz allein nicht ausreicht.
Von Rechtsschutz zu Lebensgrundlage
Um die rechtliche Anerkennung in nachhaltige Einkommen umzuwandeln, seien gemeinsame Qualitätsstandards, Unternehmensförderung und die Wiederbelebung der lokalen Rohstoffproduktion – etwa von Baumwolle und natürlichen Farbstoffen – notwendig. Viele Weber arbeiten heute noch in kleinen Genossenschaften, oft ohne Zugang zu Kapital oder modernen Vermarktungskanälen.
Die ghanaische Regierung sowie internationale Partner unterstützen bereits Initiativen zur Digitalisierung der Handwerksbetriebe und zum Marktzugang. Das Ziel ist klar: Kente soll nicht nur kulturelles Symbol bleiben, sondern auch eine tragfähige wirtschaftliche Grundlage für zukünftige Generationen von Kunsthandwerkern in Ghana.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Ghana, AllAfrica – Business