Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat die vorübergehende Schließung von elf staatlichen Universitäten in Gebieten angeordnet, die derzeit unter der Kontrolle der M23-Rebellen stehen. Die Entscheidung, die im Zusammenhang mit dem von Präsident Félix Tshisekedi ausgerufenen nationalen Dialog steht, zielt darauf ab, die staatliche Autorität in den von der bewaffneten Gruppe besetzten Regionen symbolisch zu wahren und die Nutzung akademischer Institutionen für politische Zwecke zu verhindern.
Die betroffenen Hochschulen liegen hauptsächlich in den ostkongolesischen Provinzen Nordkivu und Ituri, wo die M23 seit Monaten Gebiete kontrolliert und die staatliche Infrastruktur weitgehend außer Kraft gesetzt hat. Nach Angaben des Bildungsministeriums besteht die Sorge, dass die Rebellen die Universitäten für Propagandaaktivitäten oder zur Rekrutierung junger Menschen nutzen könnten.
Die Schließung soll so lange gelten, bis die staatliche Kontrolle in den betroffenen Regionen wiederhergestellt ist. Bis dahin werden Studierende aufgefordert, digitale Lernplattformen zu nutzen oder sich an anderen Standorten einzuschreiben, soweit dies sicher möglich ist. Kritiker warnen jedoch, dass die Maßnahme die ohnehin fragile Bildungssituation in Ostkongo weiter verschlechtern könnte.
Menschenrechtsorganisationen betonen, dass der Zugang zu Bildung auch in Konfliktzonen ein grundlegendes Recht sei. Die Regierung betont hingegen, dass die Maßnahme nicht gegen Studierende oder Lehrende gerichtet sei, sondern ein notwendiger Schritt zur Verteidigung der nationalen Integrität sei.
Quellen: France 24 – Africa