Nordrhein-Westfalen feiert am 29. August 2026 seinen 80. Geburtstag – und bleibt damit eines der jüngeren Bundesländer, gegründet nach dem Zweiten Weltkrieg zur Stabilisierung der westdeutschen Demokratie. Anlässlich des Jubiläums hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in einem Interview seine Vision vom Land als „Trainingslager der Toleranz“ formuliert. „NRW war immer eine Art Werkstatt der Vielfalt“, so Wüst. „Hier lernen wir, mit Unterschieden umzugehen – kulturell, religiös, politisch.“
Doch diese Toleranz sei kein Freibrief für Extremismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. „Diese Toleranz hat Grenzen“, betonte Wüst klar. Er verwies darauf, dass das Engagement für Demokratie in Nordrhein-Westfalen besonders stark sei, wenn es ernst werde – etwa bei Demonstrationen gegen Rechtsextremismus oder bei der Integration Geflüchteter.
Das Land, das aus den ehemaligen preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen entstand, sei historisch geprägt von Industrialisierung, Migration und gesellschaftlichem Wandel. Heute sei NRW mit über elf Millionen Einwohnern ein Zentrum der kulturellen und religiösen Vielfalt – und zugleich ein Brennpunkt demokratischer Auseinandersetzung. Wüst appellierte an die Bürger, diese Errungenschaften bewusst zu verteidigen.
Quellen: Welt Online