Im Wahlkampf-Endspurt hat die AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Magdeburg ihren Bundeskongress abgehalten – eine Großveranstaltung, die deutlich über regionale Politik hinauswies. Im Mittelpunkt stand Ulrich Siegmund, der Spitzenkandidat der AfD für die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Vor Hunderten Anhänger*innen wurde er bereits als künftiger Ministerpräsident gefeiert, während Redner*innen eine visionäre, aber polarisierende Agenda entwarfen.
Die Redebeiträge waren geprägt von Begriffen wie „Remigration“, „verlorene deutsche Identität“ und der Abwehr „linker Deutungshoheit“. Die deutsche Sprache wurde als „intersektional-feministisches Flittchen“ diffamiert, während Pläne für eine Rückkehr preußischer Architektur und nationaler Symbolik vorgestellt wurden. Auch eine engere Bindung an Russland wurde von einigen Redner*innen positiv bewertet – ein Thema, das in der bisherigen Landespolitik kaum eine Rolle spielte.
Siegmund selbst trat auf und bekräftigte seine Position: Entweder werde es nach der Wahl einen „Blutwurstkoalition“ geben – also eine Zusammenarbeit der etablierten Parteien gegen die AfD – oder er werde Ministerpräsident. Seine Ansprache wurde mit stehenden Ovationen quittiert. Auffällig war jedoch, dass einige Jugendliche kritische Töne gegenüber der Mutterpartei äußerten und mehr Radikalität forderten.
Beobachter*innen sehen in der Veranstaltung einen Beleg dafür, wie sehr die „Generation Deutschland“ eigene ideologische Akzente setzt. Der Kongress unterstreicht zugleich die Bedeutung Sachsens-Anhalts als Hochburg rechtspopulistischer Mobilisierung – gerade im Kontext der anstehenden Wahlen, bei denen die AfD landesweit auf über 30 Prozent kommt.
Quellen: FAZ Online (DE, 29.08.2026), ntv – Nachrichten (DE, 29.08.2026), ZEIT Online – Deutschland (DE, 29.08.2026)