Nigrische Junta unterdrückt Meuterei mit Hilfe russischer Söldner

Die militärische Junta in Niger hat am Samstag einen Putschversuch blutig niedergeschlagen. Wie staatliche Medien berichteten, griffen meuternde Soldaten mehrere strategisch wichtige Einrichtungen in der Hauptstadt Niamey an, darunter den Präsidentenpalast, eine Militärbasis am Flughafen sowie den Sitz des staatlichen Rundfunksenders. Der Widerstand wurde erst gebrochen, nachdem Kräfte des russischen Africa Corps eingriffen.

Augenzeugen berichteten von heftigen Schusswechseln in der Nacht zum Sonntag. Laut Angaben des Staatsfernsehens wurden Dutzende Soldaten getötet oder verhaftet. Einige der Gefangenen wurden vor laufenden Kameras öffentlich vorgeführt – ein Vorgehen, das international für Kritik sorgen dürfte. Die genaue Zahl der Toten bleibt unklar, doch Berichte sprechen von „Dutzenden“ Opfern auf beiden Seiten.

Russlands wachsender Einfluss im westafrikanischen Staat

Die Beteiligung des Africa Corps unterstreicht erneut den zunehmenden Einfluss Russlands in Niger. Seit dem Militärputsch im Jahr 2023, durch den die jetzige Junta an die Macht kam, hat sich Niger von traditionellen Partnern wie Frankreich abgewandt und enge Beziehungen zu Moskau aufgebaut. Die russischen Spezialkräfte gelten als entscheidende Stütze der Regierung, insbesondere im Kampf gegen islamistische Aufständische – und nun auch bei der Unterdrückung interner Revolten.

Trotz der offiziellen Rückkehr zur Normalität in Niamey bleibt die Lage angespannt. Internationale Beobachter warnen vor weiteren Unruhen innerhalb der Streitkräfte, da Dissens über die Abhängigkeit von ausländischen Söldnern und die autoritäre Herrschaft der Junta weiterbesteht.

Quellen: France 24 – Africa, ZEIT Online – Außenpolitik, Premium Times Nigeria, Al Jazeera English