Dutzende Soldaten nach gescheiterter Meuterei in Niger verhaftet

Im Zuge der Niederschlagung des Putschversuchs in Niger sind Dutzende Soldaten verhaftet worden. Wie die militärgesteuerte Regierung am Sonntag bekanntgab, sei die Meuterei erfolgreich entkräftet worden. Die Festnahmen erfolgten nach schweren Gefechten zwischen loyalen Truppen und den meuternden Soldaten, die zeitweise Kontrolle über Teile der Hauptstadt Niamey erlangt hatten.

Staatsfernsehen zeigte dramatische Aufnahmen, auf denen gefesselte und verletzte Soldaten vor Kameras eskortiert wurden. Die Bilder lösten sowohl innenpolitisch als auch international Diskussionen über mögliche Menschenrechtsverletzungen aus. Es ist unklar, ob die Gefangenen juristisch verfolgt oder außergerichtlich behandelt werden.

Meuterei begann an Militärbasis und breitete sich aus

Der Aufstand begann zunächst an einer zentralen Militärbasis in Niamey, von wo aus die Rebellen versuchten, den Präsidentenpalast und den staatlichen Rundfunksender zu erobern. Die Kontrolle über den Sender hätte es ihnen ermöglicht, ihre Forderungen landesweit zu verbreiten. Doch die rasche Intervention loyaler Einheiten – verstärkt durch russische Verbündete – verhinderte diesen Schritt.

Beobachter vermuten, dass die Meuterei auf Spannungen innerhalb der Armee zurückzuführen ist, insbesondere hinsichtlich der Rolle ausländischer Kämpfer und der autoritären Politik der Junta. Die Regierung gab bislang keine Details über die Identität der Anführer oder deren Motive bekannt.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung in Niger mit großer Sorge. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) äußerte sich bisher nicht offiziell, doch diplomatische Kreise befürchten eine weitere Destabilisierung der ohnehin angespannten Region.

Quellen: Al Jazeera English, Premium Times Nigeria