In Lesotho gewinnt ein bemerkenswerter sozialer Wandel an Fahrt: Eine kleine, aber wachsende Zahl von Männern tritt in den Beruf der Hebamme ein – eine Berufswahl, die traditionell stark von Frauen geprägt ist. Diese Entwicklung stellt tief verwurzelte Geschlechterrollen in der Gesellschaft des südafrikanischen Binnenstaates in Frage und erregt sowohl Aufsehen als auch Anerkennung.
Trotz kultureller Widerstände und Vorbehalte in einigen Gemeinden zeigen sich die männlichen Hebammen als kompetente und empathische Fachkräfte. Sie absolvieren dieselben staatlich anerkannten Ausbildungsprogramme wie ihre weiblichen Kolleginnen und arbeiten in Krankenhäusern und ländlichen Gesundheitszentren, wo medizinisches Personal dringend benötigt wird. Ihre Präsenz hilft, die Versorgung von schwangeren Frauen zu verbessern, insbesondere in abgelegenen Regionen mit begrenztem Zugang zu qualifizierter Geburtshilfe.
Experten sehen in der Öffnung des Hebammenberufs für Männer einen wichtigen Schritt zur Bekämpfung des Personalmangels im Gesundheitswesen. Gleichzeitig fungieren die Männer als Vorbilder für eine modernere, geschlechtergerechtere Berufswahl in Lesotho. Einige von ihnen berichten, dass sie anfangs auf Skepsis stießen, mittlerweile aber zunehmend von Patientinnen und Kollegen akzeptiert werden – besonders dann, wenn ihre fachliche Kompetenz im Vordergrund steht.
Die Regierung und internationale Gesundheitsorganisationen unterstützen Initiativen, die geschlechtsneutrale Zugänge zu medizinischen Berufen fördern. Die Integration männlicher Hebammen in das Gesundheitssystem gilt als Beispiel dafür, wie soziale Normen angepasst werden können, um öffentliche Dienstleistungen nachhaltig zu stärken.
Quellen: Africanews EN