Überraschende Wendung im Mordprozess um getöteten Achtjährigen aus Güstrow

Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Angeklagte eine überraschende Wende herbeigeführt. Die 30-jährige Frau, die beschuldigt wird, das Kind im Oktober 2025 in einer Wohnung in Güstrow erstochen zu haben, kündigte an, im laufenden Verfahren vor dem Landgericht Rostock künftig Fragen zu beantworten. Bisher hatte sie sich zu den Vorwürfen nicht geäußert.

Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Fabian war in einer Wohnanlage in der mecklenburgischen Kleinstadt gefunden worden, nachdem Nachbarn laute Auseinandersetzungen gehört hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Mord unter besonders schweren Umständen vor. Als Motiv wird eine psychische Erkrankung in Verbindung mit einer familiären Konfliktsituation diskutiert, die genauen Hintergründe blieben bislang jedoch unklar.

Die Ankündigung der Angeklagten, nun doch aussagen zu wollen, sorgt für Spannung im Gerichtssaal. Die Richter und Ermittler hoffen, dass sich durch ihre Aussage neue Erkenntnisse zum Tathergang und zur Motivlage ergeben. Die Verteidigung begründete die plötzliche Kooperationsbereitschaft mit einem „inneren Umschwung“ der Beschuldigten, der durch therapeutische Gespräche im Gefängnis ausgelöst worden sei.

Die Verhandlung wird als besonders sensibel eingestuft. Neben Angehörigen des Opfers und Pressevertretern sind auch psychologische Betreuer im Gerichtsgebäude anwesend. Das Urteil wird voraussichtlich erst in mehreren Wochen verkündet, sobald alle Beweise, Zeugenaussagen und die erwartete Aussage der Angeklagten ausgewertet sind.

Quellen: Der Tagesspiegel