Der Sommer 2026 hat in Nordrhein-Westfalen nicht nur Rekordtemperaturen gebracht, sondern auch eine dramatische Zahl an Hitzetoten. Ein Bestatter aus Köln zieht nun eine alarmierende Bilanz: Die Kapazitäten zur Aufbewahrung der Verstorbenen sind an ihre Grenzen gestoßen, und die Versorgung in Pflegeheimen und Privathaushalten sei vielerorts unzureichend gewesen.
„Wir hatten Tage, an denen die Kühlzellen voll waren und wir keine weiteren Leichen aufnehmen konnten“, berichtet der Kölner Unternehmer, der anonym bleiben möchte. Besonders betroffen seien ältere Menschen gewesen, die in schlecht isolierten Wohnungen oder überlasteten Pflegeeinrichtungen lebten. „Die Hitze kam schnell, aber die Vorbereitungen waren nicht da.“
Experten verweisen darauf, dass viele Pflegeheime über keine verpflichtenden Hitzeschutzkonzepte verfügen. Zudem fehle es an Notfallplänen für extreme Wetterlagen. Der Kölner Bestatter beschreibt Szenen, in denen Angehörige tagelang auf die Überführung eines Verstorbenen warten mussten – nicht aus Respektlosigkeit, sondern aufgrund logistischer Überlastung.
Die Landesregierung in Düsseldorf hat mittlerweile angekündigt, die Hitzevorsorge in sozialen Einrichtungen überprüfen zu lassen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass der Klimawandel auch die Todesvorsorge betreffe. „Wir müssen uns auf solche Extremsituationen besser vorbereiten – sowohl medizinisch als auch logistisch.“
Der Kölner Bestatter fordert zudem eine bundesweite Debatte über die Kapazitäten der Bestattungsbranche. „Wir sind kein Notfalllager. Wenn im Herbst die nächste Hitzewelle kommt, müssen wir gewappnet sein.“
Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen