Am Dienstag sind in Tunesien Dutzende Journalisten auf die Straße gegangen, um gegen die Festnahme eines Kollegen zu protestieren. Der Reporter war am Vorabend wegen des Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden – Vorwürfe, die dessen Anwalt als politisch motiviert und inhaltlich haltlos bezeichnete.
Die Protestaktion fand vor dem Justizpalast in Tunis statt, wo die Journalisten für Pressefreiheit demonstrierten und die sofortige Freilassung ihres Kollegen forderten. Die Anklage gegen den Reporter löste breite Empörung in der Medienlandschaft aus, da viele befürchten, dass die Justizbehörden zunehmend gegen kritische Stimmen im Journalismus vorgehen.
Die tunesische Journalistenvereinigung verurteilte die Festnahme scharf und sprach von einem weiteren Angriff auf die Meinungsfreiheit im Land. Seit der Machtverschiebung unter Präsident Kais Saied im Jahr 2021 haben sich die Bedingungen für unabhängige Berichterstattung deutlich verschlechtert. Zahlreiche Journalisten und Aktivisten sahen sich in den vergangenen Jahren mit juristischen Schritten konfrontiert, die international als Einschüchterung kritisiert wurden.
Die Proteste unterstreichen die angespannte Lage im Bereich der Pressefreiheit in Tunesien. Beobachter warnen, dass die systematische Kriminalisierung von Journalisten die demokratischen Errungenschaften der vergangenen Jahre weiter untergräbt.
Quellen: Africanews EN