Die internationale Aufmerksamkeit auf die humanitäre Lage in El Obeid, Hauptstadt des sudanesischen Bundesstaats Nord-Kordofan, hat nach Angaben der Vereinten Nationen temporär zu einer Verbesserung der Sicherheitslage geführt. Awa Dabo, stellvertretende Hohe Kommissarin für Menschenrechte, erklärte in Genf, dass der Druck aus dem Ausland kurzfristige Maßnahmen zur Reduzierung von Gewalt gegen Zivilisten bewirkt habe.
Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Gesamtsituation äußerst besorgniserregend. Das Büro der UN-Hohen Kommissarin für Menschenrechte hat seit Jahresbeginn mindestens 1.120 zivile Todesopfer infolge von Drohnenangriffen in Sudan dokumentiert. Die meisten dieser Angriffe ereigneten sich in besonders umkämpften Regionen wie El Obeid, wo die Kämpfe zwischen der Sudanesischen Armee (SAF) und der Rapid Support Forces (RSF) weiterhin andauern.
Kritik an unzureichendem Schutz
Dabo betonte, dass die bisherigen Fortschritte fragil seien und ohne anhaltenden internationalen Druck schnell wieder verloren gehen könnten. Die fortgesetzten Luftangriffe auf zivile Infrastruktur, darunter Krankenhäuser und Märkte, zeigten, dass die Konfliktparteien weiterhin internationales humanitäres Recht missachten. Die UNO fordert daher eine sofortige Deeskalation sowie uneingeschränkten Zugang für humanitäre Hilfe.
Quellen: AllAfrica – East Africa