Rheinland-Pfalz führt verbindliche Grundschulreife-Tests für Vierjährige ein

Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse der neuesten Pisa-Studie plant Rheinland-Pfalz eine frühzeitige Intervention zur Förderung schulischer Grundlagen. Ministerpräsident Daniel Schnieder (CDU) kündigte am Donnerstagmorgen die Einführung verbindlicher Testverfahren für Kinder im Alter von viereinhalb Jahren an. Diese sollen bundesweit einmalig sein und bereits vor der Einschulung Aufschluss über die individuelle Schulreife geben.

Frühzeitige Diagnose im Fokus

Schnieder betonte, dass viele Erstklässler in Rheinland-Pfalz derzeit ohne ausreichende sprachliche, soziale oder motorische Voraussetzungen in die Schule kämen. „Wir dürfen nicht warten, bis die Probleme sichtbar werden – wir müssen sie verhindern“, sagte er in einer Pressemitteilung. Die neuen Tests würden gemeinsam mit Kitas, Bildungsexperten und Psychologen entwickelt und seien niedrigschwellig sowie kindgerecht gestaltet.

Die Maßnahme reagiert direkt auf die aktuelle Pisa-Studie, die erneut Schwächen im deutschen Bildungssystem offenbart hat – insbesondere bei benachteiligten Kindern. Rheinland-Pfalz will nun bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen, um strukturelle Ungleichheiten im Bildungswesen entgegenzuwirken. Die ersten Pilotprojekte sollen noch in diesem Jahr in ausgewählten Kommunen starten.

Quellen: ZDF Heute – Nachrichten