Das Modell der Landarztquote in Thüringen zeigt Wirkung: Für die 17 im Rahmen der Quote vergebenen Medizinstudienplätze an der Universität Jena haben sich in diesem Jahr insgesamt 173 Bewerber beworben. Die hohe Nachfrage unterstreicht das Interesse junger Mediziner, trotz der langfristigen Verpflichtung, die mit dem Studienplatz einhergeht.
Im Gegenzug für die Zulassung ohne Numerus Clausus verpflichten sich die Studierenden, nach ihrem Abschluss zehn Jahre als Hausarzt in einem ländlichen und unterversorgten Gebiet des Freistaats zu arbeiten. Ziel ist es, dem zunehmenden Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. Bereits seit mehreren Jahren setzt Thüringen auf dieses Modell, das inzwischen auch bundesweit diskutiert wird.
Kritiker werfen dem Programm jedoch vor, rechtlich fragwürdig zu sein. Die Verpflichtung über ein Jahrzehnt gelte als möglicher Eingriff in die Berufsfreiheit. Rechtsexperten fordern eine bundeseinheitliche Regelung, um solche Programme langfristig zu legitimieren. Dennoch bleibt die Quote für viele ein attraktiver Weg ins Medizinstudium – und für ländliche Regionen eine Hoffnung auf bessere medizinische Versorgung.
Quellen: MDR – Nachrichten