Um dem akuten Hausärztemangel in Cottbus entgegenzuwirken, eröffnet die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVB) eine eigene Übergangspraxis. Ab sofort sollen dort Akut- und Notfallpatienten versorgt werden, die derzeit keinen Hausarzt haben. Rund 10.500 Menschen in der Lausitz-Stadt sind derzeit ohne feste ärztliche Betreuung – eine Zahl, die durch Pensionierungen und fehlende Nachfolger entstanden ist.
Die Praxis wird zunächst für zwei Jahre betrieben und soll als Brücke dienen, bis strukturelle Lösungen wie die Ansiedlung neuer Ärzte oder die Stärkung der universitären Ausbildung greifen. „Wir können nicht zusehen, wie die medizinische Grundversorgung in einer Großstadt zusammenbricht“, sagte KVB-Chef Dr. Thomas Hartwig. Die Praxis werde von wechselnden Ärzten aus dem Land betrieben, unterstützt durch medizinisches Fachpersonal.
Die Landesregierung begrüßte die Initiative und kündigte zusätzliche Fördermittel für die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen an. Gleichzeitig wird an einem Programm gearbeitet, das junge Ärzte mit finanziellen Anreizen und Wohnraumförderung für den Dienst in ländlichen Gebieten gewinnen soll. In anderen Regionen Brandenburgs, wie dem Oderland oder der Prignitz, werden ähnliche Modelle geprüft.
Quellen: Der Tagesspiegel