Liberia: Regierung räumt Defizite bei der fiskalischen Dezentralisierung ein

Die Regierung von Liberia hat am Mittwoch erhebliche Mängel bei der Umsetzung ihres fiskalischen Dezentralisierungsprogramms eingeräumt. Obwohl das Vorhaben, politische und finanzielle Kompetenzen von der Hauptstadt Monrovia auf die 15 Countys des Landes zu übertragen, bereits seit mehreren Jahren läuft, bleibt die praktische Umsetzung weitgehend aus. Wie offizielle Vertreter bestätigten, ist der Großteil des geplanten Rahmens weiterhin nicht implementiert.

Das Konzept der Dezentralisierung zielt darauf ab, lokale Regierungen stärker in die Haushaltsplanung einzubinden und die öffentliche Dienstleistung vor Ort zu verbessern. Dennoch fehlen nach wie vor klare Mechanismen zur Übertragung von Finanzmitteln und Befugnissen. Experten weisen darauf hin, dass die zentrale Abhängigkeit von Monrovia weiterhin die Entwicklung der ländlichen Regionen bremst und die Glaubwürdigkeit der Reformen untergräbt.

Die liberianische Regierung betonte, dass strukturelle und administrative Hürden für die Verzögerungen verantwortlich seien. Dazu zählten unzureichende Kapazitäten auf lokaler Ebene, mangelnde technische Unterstützung und bürokratische Trägheit. Als Reaktion darauf kündigte die Regierung an, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu verstärken, um die Dezentralisierung effektiver voranzutreiben.

Während die Zentralregierung Fortschritte in der politischen Dezentralisierung betont, bleibt die finanzielle Unabhängigkeit der Countys eine offene Herausforderung. Beobachter warnen, dass ohne konkrete Maßnahmen und transparente Finanzflüsse das Vertrauen der Bevölkerung in die lokalen Behörden weiterhin begrenzt bleiben wird.

Quellen: Liberian Observer, AllAfrica – West Africa