Die simbabwische Regierung hat die einheimische Privatwirtschaft aufgefordert, eine stärkere Rolle bei der Bekämpfung der Periodenarmut zu übernehmen. Hintergrund ist die anhaltende Herausforderung, Mädchen und junge Frauen in ländlichen und einkommensschwachen Gebieten mit zuverlässigen Mengen an Menstruationsprodukten zu versorgen. Bislang stützt sich das Land weitgehend auf internationale Geberorganisationen, was nach Angaben der Behörden keine nachhaltige Lösung darstellt.
„Wir können nicht weiterhin darauf warten, dass ausländische Spenden unsere Mädchen mit Binden und Tampons versorgen“, erklärte ein Regierungssprecher. „Die lokale Wirtschaft hat die Verantwortung, in soziale Projekte zu investieren, die Bildungschancen für Mädchen schützen und soziale Gerechtigkeit fördern.“ Periodenarmut führt oft dazu, dass Mädchen während ihrer Menstruation den Schulbesuch vermeiden – ein Phänomen, das langfristig zu höheren Abbruchquoten und geringerer Bildung führt.
Die Regierung erwägt zudem Anreize für Unternehmen, die Menstruationsprodukte lokal produzieren oder kostenlos verteilen. Dazu könnten Steuervergünstigungen oder öffentliche Anerkennungen gehören. Gleichzeitig wird an Bildungskampagnen gearbeitet, um das Tabu rund um die Menstruation in der Gesellschaft abzubauen. Nichtregierungsorganisationen begrüßen die Initiative und fordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, um strukturelle Barrieren dauerhaft zu überwinden.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa