Die Vizepräsidentin von Malawi, Dr. Jane Mayemu Ansah, hat in einer ungewöhnlich offenen Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen die höchsten Regierungskreise erhoben. Sie berichtete von systematischer Isolation und Ausschließung aus Kabinettsangelegenheiten, die bereits am Tag ihrer Ernennung begonnen habe. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle des Chief Secretary Saidi, des ranghöchsten Beamten des Landes, den Ansah beschuldigt, sie gezielt von Sitzungen fernzuhalten.
Ansah betonte, dass ihre Marginalisierung bis in die höchsten Ebenen der regierenden Democratic Progressive Party (DPP) unter Präsident Mutharika reiche. Trotz der angespannten Lage innerhalb der Regierung kündigte sie an, nicht an den Präsidenten appellieren zu wollen, der sie selbst für das Amt der Vizepräsidentin ausgewählt hatte. Ihre Aussagen markieren eine seltene öffentliche Eskalation von Machtkonflikten innerhalb der malawischen Regierungsführung.
Die jüngsten Äußerungen könnten das ohnehin fragile Verhältnis zwischen Exekutive und Staatsdienst weiter belasten. Politische Beobachter warnen vor einer weiteren Zuspitzung, die die Regierungsarbeit beeinträchtigen könnte. Ansahs Rolle als erste Vizepräsidentin des Landes macht die Vorwürfe besonders schwerwiegend – ein solcher Konflikt auf höchster Ebene ist in Malawi bisher selten öffentlich geworden.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa, Nyasa Times