M23-Rebellen etablieren illegale Parallelverwaltung im Ostkongo

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen nach Berichten aus Goma systematisch eine inoffizielle, rechtswidrige Parallelverwaltung in den von ihnen kontrollierten Gebieten aufgebaut. Wie Beobachter vor Ort berichten, handelt es sich um ein strukturiertes Netzwerk aus Verwaltungsstellen, Steuereintreibern und Sicherheitskräften, das unabhängig von der zentralen Regierung in Kinshasa operiert.

„Sie haben methodisch eine de facto, tief illegal verfassungslose Parallelverwaltung konsolidiert“, heißt es in einem Bericht von The New Humanitarian, der von mehreren Nachrichtenagenturen zitiert wird. Diese Strukturen ermöglichen den Rebellen nicht nur die Kontrolle über die Bevölkerung, sondern auch die systematische Finanzierung ihres Krieges durch Zölle, Steuern und den Abbau von Rohstoffen aus den reichhaltigen Minengebieten der Region.

Die Einnahmen stammen unter anderem aus dem Handel mit Coltan, Gold und Wolframit – Rohstoffen, die weltweit für die Elektronikindustrie unverzichtbar sind. Beobachter warnen, dass diese Finanzierungsmechanismen die militärische Stabilität der Rebellen nachhaltig stärken und den Konflikt weiter anheizen. Internationale Organisationen fordern eine strengere Kontrolle der Lieferketten, um illegale Finanzströme zu unterbinden.

Die Regierung in Kinshasa hat die Entwicklung scharf verurteilt und Ruanda erneut vorgeworfen, den Aufstand aktiv zu unterstützen. Die Regierung in Kigali weist die Vorwürfe zurück. Der anhaltende Konflikt im Osten des Kongo bleibt eine der schwersten humanitären Krisen Afrikas, mit Millionen Vertriebener und tausenden Todesopfern in den letzten Jahren.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Central Africa