Der Hamburger SV wagt eine riskante Personalentscheidung: Mario Vušković, der 2022 positiv auf das Leistungssteigerungsmittel Epo getestet wurde, ist wieder Teil des Mannschaftstrainings. Zwei Monate vor dem offiziellen Ende seiner vierjährigen Doping-Sperre absolvierte der Kroate am Montag erstmals wieder eine gemeinsame Einheit mit dem Profikader im Trainingszentrum am Volksparkstadion. Der HSV, der aktuell im Abstiegskampf der 2. Bundesliga steckt, hofft auf eine sportliche Wende – und setzt dabei auf einen Spieler, dessen Karriere jahrelang unter Rechtsunsicherheit und öffentlicher Kritik litt.
Obwohl das Dopingvergehen international anerkannt wurde, galt Vušković in Hamburg lange als Opfer eines defekten Anti-Doping-Systems. Der Verein betonte stets, der Spieler habe keine absichtliche Dopinghandlung begangen, sondern sei durch verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel in die Affäre geraten. Diese Darstellung fand in Teilen der Fanszene und der lokalen Medien Resonanz. Nun soll der 26-Jährige beweisen, dass er körperlich und mental für den Profibetrieb gerüstet ist.
Ob Vušković allerdings tatsächlich wieder in der Startelf stehen wird, bleibt offen. Die sportliche Leitung prüft aktuell seine physische Verfassung, während die Öffentlichkeitsarbeit mit der sensiblen Wahrnehmung des Falls umgeht. Die Rückkehr eines gesperrten Doping-Akteurs ist in der deutschen Fußballlandschaft selten – und besonders bei einem Traditionsverein wie dem HSV mit großer medialer Aufmerksamkeit verbunden.
Quellen: Spiegel Online, Der Tagesspiegel