Senegal verschärft den staatlichen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen: Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, wurden insgesamt 71 Männer im Land festgenommen und wegen ‚widernatürlicher Akte‘ angeklagt. Die Massenverhaftungen erfolgten im Rahmen einer landesweiten Razzia und markieren eine weitere Eskalation der Repression gegenüber der LGBTQ+-Gemeinschaft.
Die Verhaftungen folgen nur wenige Monate nach der Verschärfung des Strafrechts, das homosexuelle Handlungen bereits bisher unter Strafe stellte. Mit der neuen Gesetzesänderung wurden die Strafen für sogenannte ‚widernatürliche Vergehen‘ deutlich erhöht. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Entwicklung scharf und warnen vor einer Zunahme von Willkürfestnahmen und Diskriminierung.
Homosexualität ist in Senegal nach wie vor strafbar. Das kolonial geprägte Strafgesetzbuch sieht für ‚widernatürliche Akte zwischen Personen desselben Geschlechts‘ eine Haftstrafe von zwei bis fünf Jahren vor. Die jüngsten Verhaftungen unterstreichen die anhaltende Intoleranz gegenüber sexueller Vielfalt im westafrikanischen Land, das zwar verfassungsmäßig säkular ist, aber stark von islamischen und traditionellen Normen geprägt wird.
Internationale Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und Human Rights Watch haben bereits Stellung bezogen und fordern die senegalesische Regierung auf, die Verhaftungen auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und die strafrechtliche Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung abzuschaffen. Die Regierung in Dakar hat bisher keine Stellungnahme zu den konkreten Fällen abgegeben.
Quellen: Africanews EN