Afrika steckt in einer zunehmend bedrohlichen Schuldenkrise: Jährlich fließen rund 90 Milliarden US-Dollar allein für die Bedienung der Staatsschulden afrikanischer Länder, wie ein hochrangiger Vertreter der kenianischen Regierung kürzlich betonte. Diese Summe übersteige mittlerweile sowohl die gesamte Entwicklungshilfe als auch die bereitgestellte Klimafinanzierung für den Kontinent, warnte Mr. Sing’oei.
Hinzu kommen nach seinen Angaben zusätzliche 75 Milliarden Dollar an sogenannten Risikoprämien – höhere Zinsen, die Investoren verlangen, weil sie afrikanische Staaten als riskanter einschätzen. Diese strukturelle Benachteiligung erschwere es Ländern wie Kenia, Kapital zu fairen Bedingungen zu beschaffen, um in Infrastruktur, Bildung oder Klimaschutz zu investieren.
Kenia selbst kämpft seit Jahren mit steigender Verschuldung, die durch internationale Anleihen, aber auch Kredite aus China und anderen bilateralen Partnern entstanden ist. Trotz Sparmaßnahmen und Reformen bleibt die Schuldendienstquote hoch. Ökonomen fordern daher eine umfassende Umschuldung sowie gerechtere Finanzierungsmodelle durch multilaterale Institutionen. Ohne strukturelle Änderungen drohe vielen afrikanischen Ländern eine Überschuldung, die das Wachstum blockiere und Armut verstärke.
Quellen: Premium Times Nigeria