Ein in Nairobi tätiger Rechtsanwalt ist wegen des Verdachts auf schweren Betrug festgenommen worden. Wie die Polizei mitteilte, soll der Mann 49,4 Millionen kenianische Schillinge (rund 370.000 Euro) veruntreut haben, die ihm von einem Kunden anvertraut wurden, um ein Grundstück in der Hauptstadt zu erwerben. Das Geld wurde überwiesen, doch der Kauf wurde nie abgeschlossen.
Laut Angaben von Capital FM hatte der Klient den Anwalt mit der juristischen Abwicklung des Grundstückskaufs beauftragt und das Geld als Treuhandgeld überwiesen. Nach monatelanger Verzögerung und fehlenden Rückmeldungen begann der Kunde eigene Nachforschungen anzustellen – mit dem Ergebnis, dass das Grundstück weder registriert noch übertragen worden war. Stattdessen fehlte von dem Betrag jede Spur.
Die Polizei Nairobi nahm den Beschuldigten schließlich in Gewahrsam. Er wird nun des Betrugs und der Unterschlagung verdächtigt. In Kenia unterliegen Anwälte strengen Vorschriften zur Verwaltung von Mandantengeldern, insbesondere im Immobilienbereich. Verstöße können zur Streichung aus der Anwaltsrolle und langjährigen Haftstrafen führen.
Der Fall wirft erneut Fragen nach der Aufsicht über juristische Fachkräfte in Kenia auf. Die Law Society of Kenya (LSK) hat angekündigt, den Vorfall zu überprüfen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind. Gleichzeitig mahnen Verbraucherschützer zur Vorsicht bei finanziellen Transaktionen über Dritte – besonders bei Immobilien, wo Betrugsfälle in der Vergangenheit gehäuft auftraten.
Die Festnahme unterstreicht die wachsende Sensibilität der Behörden für wirtschaftliche Kriminalität. Die Staatsanwaltschaft erwägt, Anklage zu erheben, während die Polizei weitere finanzielle Spuren verfolgt.
Quellen: Capital FM, AllAfrica