Benin: Cyberaktivist Steve Amoussou nach zweijähriger Haft freigelassen

Der beninische Cyberaktivist Steve Amoussou wurde am Donnerstag, den 21. August 2026, nach zweijähriger Haft entlassen. Seine Inhaftierung hatte international für scharfe Kritik gesorgt und galt als Symbolfall für die Einschränkung der Meinungsfreiheit im westafrikanischen Staat.

Amoussou war 2024 unter vagen Anklagepunkten wie „politisch motivierter Beleidigung“ und „Verbreitung falscher Nachrichten“ zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Menschenrechtsorganisationen und internationale Beobachter hatten den Fall seitdem als Beispiel für die zunehmende Kriminalisierung online geäußerter Kritik an der Regierung Benins gewertet.

Die Freilassung erfolgte ohne vorherige öffentliche Ankündigung. Es ist unklar, ob Amoussou weiterhin Auflagen unterliegt oder in welchem gesundheitlichen Zustand er sich befindet. Seine Familie und Unterstützer begrüßten die Nachricht jedoch mit Erleichterung und forderten eine umfassende Aufarbeitung seines Falls.

Symbolischer Fall für Meinungsfreiheit

Steve Amoussou war vor seiner Verhaftung als kritischer Blogger und digitale Stimme der Zivilgesellschaft aufgetreten. Seine Online-Beiträge richteten sich oft gegen staatliche Korruption und politische Willkür. Sein Prozess fand ohne ausreichende rechtliche Transparenz statt und wurde von mehreren NGOs als unfair eingestuft.

Seine Freilassung könnte ein Signal sein – doch Experten warnen davor, sie als Zeichen für eine grundlegende Verbesserung der Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in Benin zu interpretieren. In den letzten Jahren hat die Regierung unter Präsident Patrice Talon wiederholt durch Festnahmen von Journalisten und Oppositionellen sowie durch Gesetzesänderungen zur Internetkontrolle auf sich aufmerksam gemacht.

Quellen: Africanews EN