CBN startet neue Strategie zur Finanzinklusion in Nigeria

Die Central Bank of Nigeria (CBN) hat am 16. September 2026 die Entwicklung einer neuen nationalen Strategie zur Finanzinklusion eingeleitet. Das Vorhaben zielt darauf ab, strukturelle Lücken im Finanzsystem zu schließen und Millionen bisher unbanked Nigerianern den Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen zu ermöglichen.

Laut CBN wird die neue Strategie auf einem integrierten, datengestützten und rechenschaftspflichtigen Rahmen basieren. Dabei sollen digitale Technologien, mobile Zahlungssysteme und Partnerschaften mit Telekommunikationsanbietern gezielt ausgebaut werden, um auch abgelegene Regionen zu erreichen.

Datengesteuerte Ansätze statt pauschaler Maßnahmen

Ein Sprecher der Zentralbank betonte, dass frühere Programme oft an mangelnder Datenlage scheiterten. Die neue Strategie setze daher auf granulare Analysen regionaler Bedarfe, Nutzerverhalten und Infrastrukturverfügbarkeit, um gezielte Interventionen zu ermöglichen.

Gleichzeitig räumte Sanusi Lamido, ein ehemaliger Gouverneur der CBN, in einer öffentlichen Diskussion ein, dass frühere regulatorische Entscheidungen – darunter seine eigene – die Integration von Mobilfunkanbietern in den Finanzsektor verzögert hätten. Diese Einsicht unterstreicht die Notwendigkeit flexiblerer Rahmenbedingungen für digitale Finanzlösungen.

Die CBN arbeitet eng mit internationalen Partnern wie der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank zusammen, um bewährte Praktiken zu adaptieren. Langfristiges Ziel ist es, den Anteil der Erwachsenen mit Zugang zu einem Bankkonto auf über 85 Prozent zu steigern – aktuell liegt dieser bei etwa 64 Prozent.

Quellen: Premium Times Nigeria