Bei dem jüngsten Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gehen Menschenrechtsorganisationen von mindestens 140 Toten aus. Wie die marokkanische Menschenrechtsgruppe „Forum Marokkanischer Menschenrechte“ berichtet, starben die Menschen beim Versuch, die hochgesicherte Grenze zwischen Marokko und der spanischen Enklave zu überwinden. Die Organisation wirft sowohl der marokkanischen als auch der spanischen Regierung vor, Sicherheitsinteressen über den Schutz menschlichen Lebens zu stellen.
Die Zahl der Todesopfer, die zunächst bei etwa 140 lag, wurde mittlerweile von mehreren Quellen auf mindestens 141 bestätigt. Die genauen Umstände der tödlichen Vorfälle sind unklar, doch Augenzeugenberichte und NGOs sprechen von gewaltsamen Auseinandersetzungen, Stürzen an der Grenzmauer und fehlender medizinischer Versorgung. Die marokkanische Regierung hat als Reaktion verstärkte Kontrollen an der Grenze angeordnet und berichtet, Taxifahrer, die Migranten in die Nähe von Ceuta bringen, strafrechtlich zu verfolgen.
Die humanitäre Krise hat auch europäische Nachwirkungen: Spanien kündigte an, vorübergehende Grenzkontrollen gegenüber Italien einzuführen, nachdem Rom ähnliche Maßnahmen ergriffen hatte. Beide Länder reagieren damit auf die steigenden Migrationsdrucke, die durch die Ereignisse in Marokko ausgelöst wurden. Die internationale Gemeinschaft fordert eine unabhängige Untersuchung und die Schaffung sicherer Migrationsrouten, um weitere Tragödien zu verhindern.
Quellen: ZEIT Online – Außenpolitik, Africanews EN