In der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa, haben sich am Montag Dutzende Menschen zu einer ungewöhnlichen Protestform versammelt – dem sogenannten ’stehenden Parlament‘. Bei dieser Demonstration bleiben die Teilnehmer stundenlang stehend zusammen, um gegen mögliche Pläne von Präsident Félix Tshisekedi zu protestieren, die Verfassung zu ändern.
Drohende Verfassungsänderung?
Kritiker vermuten, dass der Präsident die Versammlungen nutzt, um Unterstützung für eine Verfassungsreform zu mobilisieren, die ihm eine dritte Amtszeit ermöglichen würde. Die aktuelle Verfassung begrenzt die Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten. Tshisekedi wurde 2019 gewählt und 2023 wiedergewählt.
Die Protestierenden fordern die Einhaltung der derzeitigen Verfassung und warnen vor den Gefahren eines Machterhalts. ‚Wir werden nicht zulassen, dass unser Land wieder in die Tage der Diktatur zurückfällt‘, erklärte einer der Organisatoren der Versammlung.
Politische Spannungen nehmen zu
Die Situation spiegelt die wachsenden politischen Spannungen im Land wider. Beobachter befürchten, dass eine Verfassungsänderung zu weiteren Unruhen führen könnte. Die DR Kongo hat in ihrer jüngeren Geschichte bereits mehrere politische Krisen erlebt, die oft mit Machtkämpfen um die Präsidentschaft verbunden waren.
Die Regierung hat zu den Vorwürfen bisher keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Internationale Menschenrechtsorganisationen beobachten die Entwicklungen mit Sorge.
Quellen: Africanews EN