Onyango Oloo, ehemaliger Sprecher der County-Assembly von Kisumu und Präsidentschaftskandidat der Freedom and Opportunity Party (FOP), hat öffentlich massive Missstände in den Finanzsystemen der kenianischen County-Regierungen angeprangert. In einer Stellungnahme aus Nairobi machte er geltend, dass bis zu 70 Prozent der ausstehenden Rechnungen gefälscht seien und als Instrument zur systematischen Unterschlagung öffentlicher Mittel dienten.
Oloo warf insbesondere Gouverneuren und Mitgliedern der County-Assemblies vor, in enger Absprache gefälschte Rechnungen zu genehmigen, um Gelder in die Privatkonten mächtiger Akteure umzuleiten. Diese Praxis untergrabe die Rechenschaftspflicht und schwäche die Entwicklung vor Ort. Die Vorwürfe deuten auf eine tief verwurzelte Struktur von Korruption hin, die sich über mehrere Verwaltungsebenen erstrecke.
Als langjähriger Parlamentarier und nunmehriger politischer Aspirant nutzte Oloo die Gelegenheit, um dringende Reformen im öffentlichen Beschaffungswesen zu fordern. Er plädierte für mehr Transparenz, unabhängige Prüfungen und die Einführung digitaler Systeme, um Manipulationen künftig zu verhindern. Seine Aussagen könnten neue Debatten über die Verwendung öffentlicher Mittel in den 47 Countys des Landes anstoßen.
Die Regierung hat auf die Vorwürfe bislang nicht öffentlich reagiert. Doch Experten warnen, dass ohne strukturelle Maßnahmen die Glaubwürdigkeit der lokalen Selbstverwaltung weiter untergraben werden könnte – mit negativen Folgen für die Entwicklung und das Vertrauen der Bevölkerung in demokratische Institutionen.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Kenya