Ein verheerender Einsturz in einer Goldmine im westsudanesischen Bundesstaat West-Kordofan hat mindestens 70 Menschen das Leben gekostet. Wie mehrere internationale Nachrichtenquellen am Mittwoch berichteten, brachen mehrere benachbarte Schächte einer Artisanalmine zusammen, in der zahlreiche Kleinstbergarbeiter unter oft lebensgefährlichen Bedingungen tätig waren.
Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar. Während Al Jazeera von mindestens 70 Toten spricht, berichtet France 24 unter Berufung auf die paramilitärische Rapid Support Forces (RSF), die die Region kontrollieren, von mindestens 82 Todesopfern. Die ARD Tagesschau meldet vorläufig mindestens 60 Tote und weist darauf hin, dass noch weitere Arbeiter verschüttet sein könnten.
Das Unglück ereignete sich in der al-Zara-Goldmine, einer der bekanntesten und intensiv genutzten Minen in der Region. West-Kordofan ist seit Jahren Schauplatz schwerer Auseinandersetzungen zwischen der sudanesischen Armee und den RSF, die seit über drei Jahren im Krieg liegen. Die Instabilität hat die Sicherheitsstandards in der Bergbauindustrie weiter verschlechtert.
Sudan gehört zu den wichtigsten Goldproduzenten Afrikas. Der Goldabbau spielt eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft, wird aber häufig von informellen und unregulierten Minenbetrieben dominiert, die kaum Sicherheitsvorkehrungen treffen. Internationale Organisationen warnen seit Jahren vor den Gefahren, denen Tausende Arbeiter aus Armut in diesen Minen ausgesetzt sind.
Quellen: Al Jazeera English, ARD Tagesschau – Ausland, France 24 – Africa