Enthüllungen über Manipulation im angolanischen Staatsauftragswesen vertiefen Skandal um Kommunikationsvertrag

Der Skandal um die Vergabe eines millionenschweren Kommunikationsauftrags durch die angolanische Generaldirektion für Besteuerung (AGT) nimmt weiter an Fahrt auf. Nach neuen Recherchen spielte Bráulio Assis, Vorsitzender des Ausschusses zur Bewertung der Angebote, eine entscheidende und fragwürdige Rolle im Vergabeprozess. Ihm werden systematische Regelverstöße vorgeworfen, darunter die Weitergabe vertraulicher Informationen an das Unternehmen In Pressionante Kianda.

Nachrichten, die Assis zugeschrieben werden, zeigen, dass er dem Bieter nicht nur frühzeitigen Zugang zu Dokumenten ermöglichte, sondern auch konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung der Angebotsunterlagen machte. Dies verstößt klar gegen die Grundsätze fairer und transparenter öffentlicher Ausschreibungen. Solche Eingriffe können den Wettbewerb erheblich verzerren und diskriminierende Effekte auf andere Bieter haben.

Mangelnde Compliance wirft weitere Fragen auf

Hinzu kommt, dass In Pressionante Kianda bei Einreichung des Angebots nur über zwei bei der Sozialversicherung registrierte Mitarbeiter verfügte – unzureichend für ein Projekt, das 20 technische Profile erforderte. Diese Diskrepanz deutet entweder auf formale Unzulänglichkeiten oder auf strukturelle Versuche hin, die tatsächliche Kapazität des Unternehmens künstlich aufzublähen.

Systemische Schwächen im öffentlichen Beschaffungswesen

Der Fall beleuchtet tiefliegende Probleme im öffentlichen Beschaffungssystem Angolas, das trotz Reformbemühungen unter Präsident João Lourenço weiterhin anfällig für Vetternwirtschaft und mangelnde Kontrolle bleibt. Die AGT gilt als zentraler Akteur bei der Mobilisierung von Staatseinnahmen – ein Bereich, in dem Transparenz besonders wichtig ist. Der jetzige Skandal könnte das Vertrauen in staatliche Institutionen weiter erschüttern und internationale Partner sowie Investoren verunsichern.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – Central Africa, AllAfrica – Business