Am Donnerstag trafen die ersten zwanzig aus den Vereinigten Staaten abgeschobenen Migranten in Liberia ein. Sie landeten am Roberts International Airport, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Monrovia. Dieser Transfer markiert den Beginn einer umstrittenen Vereinbarung zwischen den USA und Liberia, die vorsieht, dass bis zu 1.200 aus den USA ausgewiesene Personen nach Liberia gebracht werden – obwohl die meisten von ihnen keine engen Verbindungen mehr zum afrikanischen Land haben.
Das Abkommen wurde im Rahmen der verschärften Einwanderungspolitik der Trump-Regierung ausgehandelt und gilt als eines der größten sogenannten Third-Country-Deportation-Abkommen, bei dem abgeschobene Personen in ein Drittland gebracht werden, das weder ihr Herkunfts- noch ihr Zielland ist. Kritiker werfen der US-Regierung vor, damit humanitäre und rechtliche Standards zu umgehen. Auch in Liberia regt sich Widerstand: Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass die Ankömmlinge in ein Land kommen, das weder die Infrastruktur noch die Ressourcen hat, um sie adäquat zu versorgen.
Die betroffenen Personen sollen laut US-Behörden überwiegend aus Liberia stammen, waren aber bereits in früheren Jahrzehnten in die USA ausgewandert, oft als Kinder. Viele von ihnen haben keine familiären oder sozialen Bindungen mehr in Liberia. Die liberianische Regierung betont, dass die Ankunft der Deportierten Teil einer bilateralen Zusammenarbeit sei, sieht sich aber mit der Herausforderung konfrontiert, die Integration dieser Gruppe zu organisieren – unter erheblichem öffentlichen Druck.
Quellen: Africanews EN, The Guardian – World