EU warnt vor Eskalation in Tigray – Friedensabkommen in Gefahr

Die Europäische Union sowie mehrere westliche Regierungen haben vor einer möglichen Wiederaufnahme von Kämpfen im äthiopischen Tigray gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie, dass jede neue Gewalt in der ohnehin schwer gebeutelten Region katastrophale Folgen hätte. Tigray leidet nach Jahren des Konflikts weiter unter massiver Infrastrukturschäden, Nahrungsmittelknappheit und extremer Dürre. Die internationale Gemeinschaft drängt die Konfliktparteien, das Friedensabkommen vom November 2022 endlich vollständig umzusetzen.

Das Abkommen, das nach zwei Jahren brutalem Bürgerkrieg zwischen der äthiopischen Bundesregierung und den tigrischen Streitkräften geschlossen wurde, sah unter anderem die Entwaffnung der Rebellen, die Wiederherstellung staatlicher Dienste und die Rückkehr von Binnenvertriebenen vor. Bis heute jedoch bleibt die Umsetzung lückenhaft. Internationale Hilfsorganisationen berichten von blockierten Lieferrouten, mangelndem Zugang zu Gesundheitsversorgung und anhaltender politischer Unsicherheit.

Die jüngste Warnung der EU erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen entlang der Grenze zu Sudan, wo kürzlich Drohnenüberflüge gemeldet wurden, die von äthiopischem Gebiet aus starteten. Beobachter befürchten, dass sich lokale Konflikte rasch regional ausweiten könnten. Die internationale Gemeinschaft pocht darauf, dass Dialog und friedliche Konfliktlösung Priorität erhalten müssen, um eine erneute humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Quellen: AllAfrica – East Africa