Fähre auf Simbabwes Kariba-See gekentert: Mindestens 44 Tote, Dutzende vermisst

Ein tragisches Unglück erschüttert Simbabwe: Eine Fähre ist am Dienstag auf dem Kariba-Stausee gekentert, wobei mindestens 44 Menschen ums Leben kamen. Laut Angaben der simbabwischen Polizei und des zivilen Katastrophenschutzes (CPU) waren deutlich mehr Passagiere an Bord, als die Kapazität des Schiffes erlaubte. Ursprünglich für 90 Personen zugelassen, befanden sich nach offiziellen Schätzungen 114 erwachsene Passagiere, fünf Besatzungsmitglieder sowie eine unbestimmte Zahl von Kindern an Bord.

Der Unfall ereignete sich am Nachmittag, als die Fähre Mbuya Nehanda von starken Wellen getroffen wurde und kurz darauf kenterte. Überlebende berichten von panischen Szenen: „Die Leute schrien“, zitiert ein Überlebensbericht eines Sicherheitsbeamten der Rural Infrastructural Development Agency (RIDA) aus einer Erinnerung der letzten Minuten vor dem Kentern. Rettungskräfte setzten Boote und Hubschrauber ein, um noch Vermisste zu suchen. Bislang wurden zahlreiche Leichen geborgen, doch viele Familien warten weiterhin auf Nachrichten über ihre Angehörigen.

Nationale Trauer und Infrastrukturdebatte

Das Unglück löste in ganz Simbabwe Bestürzung aus. Medien wie New Zimbabwe sprachen von einer nationalen Tragödie. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit öffentlicher Verkehrsmittel in ländlichen Regionen auf, wo Wasserwege oft die einzige Verbindung zwischen abgelegenen Gemeinden darstellen. Die Überlastung von Booten ist kein Einzelfall – mangelnde Kontrollen und infrastrukturelle Engpässe tragen immer wieder zu gefährlichen Zuständen bei.

Die Behörden haben eine Untersuchung angekündigt, um die genauen Umstände des Unglücks aufzuklären. Bislang ist unklar, ob technische Defekte oder menschliches Versagen eine Rolle spielten. Inzwischen gedenken Angehörige und Gemeinden der Opfer an den Ufern des Kariba-Sees.

Quellen: AllAfrica – Latest, BBC News – World, The Guardian – World, ARD Tagesschau – Ausland