Gambia: Gefängnisse überfüllt und sanitär marode – Menschenrechtskommission kritisiert Haftbedingungen

Die Nationale Menschenrechtskommission (NHRC) Gambias hat erneut massive Mängel in den Haftanstalten des Landes aufgedeckt. In einem aktuellen Bericht beschreibt die Kommission die Zustände in mehreren Gefängnissen als inakzeptabel: Überfüllung, baufällige Infrastruktur, unzureichende medizinische Versorgung und die Praxis der langwierigen Untersuchungshaft seien weit verbreitet und verstießen gegen grundlegende Menschenrechte.

Demnach sitzen viele Inhaftierte monatelang oder sogar jahrelang ohne Urteil in Haft, was das ohnehin überlastete Justizsystem weiter belaste. Die hygienischen Bedingungen in mehreren Einrichtungen seien so schlecht, dass Krankheitsausbrüche drohten. Besonders betroffen seien die zentralen Gefängnisse in Banjul und Brikama, wo die Kapazitäten bei weitem überschritten werden.

Die NHRC fordert die Regierung auf, dringend Reformen im Strafvollzug voranzutreiben, darunter eine Beschleunigung der Gerichtsverfahren, den Ausbau sanitärer Einrichtungen und die Verbesserung der medizinischen Betreuung. Internationale Partner wie die Vereinten Nationen und die Afrikanische Kommission für Menschenrechte und Völkerrechte wurden bereits über die Lage informiert, um technische und finanzielle Unterstützung zu mobilisieren.

Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – Business