Ein gescheiterter Putschversuch in Niger am vergangenen Samstag hat die angespannte Sicherheitslage im Land erneut in den Fokus gerückt. Wie Beobachter betonen, verdeutlicht das Ereignis die zunehmende Abhängigkeit der militärischen Führung des Landes von ausländischen Kräften – insbesondere von russischen Söldnern der sogenannten Africa Corps. Diese Einheiten sollen maßgeblich zur Niederschlagung des Aufstands beigetragen haben, was Fragen zur tatsächlichen Unabhängigkeit der Junta von ausländischen Mächten aufwirft.
Die Militärregierung in Niger hatte wiederholt betont, dass das Land seine Souveränität zurückgewonnen habe, insbesondere nach dem Rückzug französischer Truppen und der Beendigung militärischer Kooperationen mit westlichen Partnern. Doch der jüngste Vorfall widerspricht diesen Behauptungen, wie Experten aus dem Bereich afrikanischer Sicherheitspolitik analysieren. Die Rolle der russischen Söldner zeigt, dass Niger nicht unabhängiger geworden ist – sondern lediglich die ausländischen Partner gewechselt hat.
Die Africa Corps, eine paramilitärische Einheit, die mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht wird, ist seit mehreren Monaten im Land aktiv. Sie unterstützt die Junta bei Anti-Terror-Einsätzen und Ausbildung der Streitkräfte. Doch ihre Präsenz wird international kritisch gesehen, da sie oft mit Menschenrechtsverletzungen und destabilisierenden Einflüssen in Konfliktregionen assoziiert wird. Der gescheiterte Putsch unterstreicht nun, wie sehr die innere Sicherheit des Landes mittlerweile von externen, wenig kontrollierbaren Akteuren abhängt.
Quellen: France 24 – Africa