Die Zahl der geschlechtsbasierten Gewaltfälle (GBV) in Malawi hat laut einem kürzlich vorgestellten Bericht der Parlamentarischen Frauenfraktion (Parliamentary Women’s Caucus, PWC) ein neues Rekordniveau erreicht. Demnach stieg die Zahl der dokumentierten Fälle von 20.827 im Jahr 2022 auf 24.900 im Jahr 2024 und blieb 2025 mit 24.467 Fällen weiterhin auf einem extrem hohen Niveau.
Die PWC hat angesichts dieser Zahlen eindringlich zum Handeln aufgerufen. In einer öffentlichen Erklärung forderten weibliche Parlamentsmitglieder eine umfassende Reform der Strafverfolgung, besseren Zugang zu psychosozialer Unterstützung für Betroffene und verstärkte Präventionskampagnen, insbesondere in ländlichen Regionen.
Experten verweisen auf strukturelle Ursachen wie Armut, mangelnde Bildungschancen für Mädchen sowie kulturelle Normen, die Gewalt oft bagatellisieren. Die Regierung steht unter wachsendem Druck, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Trend zu stoppen. Zivilgesellschaftliche Organisationen betonen, dass die offiziellen Zahlen nur die Spitze des Eisbergs darstellen, da viele Fälle aus Angst oder Scham nicht gemeldet werden.
Quellen: AllAfrica – Southern Africa