Präsident John Mahama hat eine christliche Expertenkommission eingesetzt, um über die Zukunft des umstrittenen Kathedralenprojekts in Ghana zu entscheiden. Das Vorhaben, das ursprünglich unter seinem Vorgänger Nana Akufo-Addo initiiert wurde, ist seit Monaten von heftigen Kontroversen um hohe Kosten, fehlende Transparenz und mutmaßliche Korruption begleitet. Nach einer kritischen Audit-Studie, die erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten aufdeckte, sieht sich die Regierung nun gezwungen, eine breite gesellschaftliche Einigung herbeizuführen.
Konsens unter Kirchenvertretern gefordert
Die neu eingesetzte Task Force setzt sich aus führenden Repräsentanten der wichtigsten christlichen Konfessionen Ghanas zusammen. Ihr Auftrag ist es, einen Konsens darüber zu erzielen, ob das Projekt fortgesetzt, überarbeitet oder eingestellt werden soll. Mahama betonte in seiner Ansprache, dass die Kathedrale nicht nur ein religiöses, sondern auch ein nationales Symbol sein müsse – und daher auf breiter gesellschaftlicher Zustimmung beruhen müsse.
Projekt belastet von Misstrauen
Das ursprüngliche Projekt sah den Bau einer prächtigen Kathedrale mit angeschlossenem Kulturzentrum und Pilgerstätte vor. Kritiker hatten jedoch immer wieder darauf hingewiesen, dass Ghana angesichts seiner angespannten Wirtschaftslage solch ein kostspieliges Prestigeprojekt nicht finanzieren könne. Zudem wurden Vorwürfe laut, dass Aufträge ohne Ausschreibung vergeben und öffentliche Mittel zweckentfremdet wurden. Die Einsetzung einer kirchlichen Kommission könnte als Versuch gewertet werden, die Debatte aus der politischen in die religiöse Sphäre zu verlagern und so Druck von der Regierung zu nehmen.
Die Entscheidung der Task Force wird voraussichtlich in den kommenden Wochen erwartet. Unklar bleibt, ob das Gremium auch rechtliche oder finanzielle Sanktionen empfehlen kann oder lediglich über die symbolische Zukunft des Bauwerks entscheidet.
Quellen: The Africa Report