Im von monatelangen Kämpfen verwüsteten Sudan setzen Freiwillige unter Lebensgefahr die humanitäre Hilfe fort. Wie Radio Dabanga berichtet, arbeiten viele Helfer ohne ausreichende Sicherheit oder Unterstützung weiter – obwohl bewaffnete Auseinandersetzungen und direkte Angriffe auf Hilfspersonal zunehmen. Die Lage bleibt extrem gefährlich, besonders in urbanen Zentren wie Khartoum und Nyala.
Tausende ohne Nahrung durch Schließung der Takayas
In Südkhartoum mussten sämtliche sogenannte „Takaya“ – gemeinnützige Gemeinschaftsküchen – ihre Arbeit einstellen. Ein Mitglied der Southern Belt Emergency Committees erklärte gegenüber Radio Dabanga, dass die Schließung erfolgte, nachdem die Armee die Kontrolle über das Gebiet zurückerlangt hatte. Ohne diese essenziellen Einrichtungen fehlt nun rund 50.000 bedürftigen Familien und Binnenvertriebenen die tägliche Nahrungsgrundlage.
Frauen lehnen El Burhans Dialogangebot ab
Sudanesische Frauenführerinnen aus Politik und Zivilgesellschaft kritisierten unterdessen die jüngste Initiative von Armeeführer Abdelfattah El Burhan, zu politischen Gesprächen aufzurufen. Ohne vorherige Waffenruhe und einen inklusiven Rahmen sei jeder Dialog bedeutungslos, hieß es. Stattdessen bestehe die Gefahr, alte autoritäre Strukturen zu reproduzieren, anstatt Frieden und Gerechtigkeit herzustellen.
Spezialeinheiten in Nyala stationiert
Unterdessen wurden in Nyala, der Hauptstadt von Süd-Darfur, Spezialkräfte der Rapid Support Forces (RSF) auf Befehl von General Mohamed Hamdan Dagalo („Hemedti“) stationiert. Offiziell sollen sie für innere Sicherheit sorgen, was jedoch befürchtete weitere Eskalationen in der ohnehin instabilen Region nährt.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Latest