Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat russischen Paramilitärs schwere Verstöße gegen das Völkerrecht in Mali vorgeworfen. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht wird behauptet, dass Angehörige der sogenannten Africa Corps bei einem Luftangriff im Juni acht Zivilisten getötet hätten, darunter drei Kinder. Der Angriff habe sich gegen eine ländliche Siedlung gerichtet, in der keine feindlichen Kämpfer vermutet wurden.
Die Africa Corps, eine von Russland unterstützte paramilitärische Einheit, operiert seit mehreren Jahren im Sahel und unterstützt die malische Armee im Kampf gegen islamistische und andere bewaffnete Gruppen, die mit Al-Qaida und dem IS verbündet sind. Laut HRW führte die Einheit den Angriff ohne ausreichende Vorkehrungen zum Schutz der Zivilbevölkerung durch, was einen klaren Verstoß gegen die internationalen humanitären Gesetze darstelle.
Die malische Regierung hat die Vorwürfe bislang nicht öffentlich kommentiert. Die Vereinten Nationen und andere internationale Beobachter hatten wiederholt vor zunehmenden Zivilopfern in der Region gewarnt. Die Anschuldigungen werfen erneut Fragen über die Rechenschaftspflicht ausländischer Militäreinheiten in afrikanischen Konflikten auf und könnten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Mali und westlichen Staaten weiter verschärfen.
Quellen: Africanews, Al Jazeera English