Senegals Präsident Faye sucht Annäherung zu Malis Machthaber Goïta

Nur zehn Tage nach seiner Amtseinführung als neuer Präsident des Senegals hat Bassirou Diomaye Faye eine bemerkenswerte diplomatische Geste unternommen: Er wählte Bamako als Ziel seiner ersten Auslandsreise. Bei einem Treffen mit dem malischen Übergangspräsidenten Assimi Goïta signalisierte Faye eine mögliche Annäherung zwischen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und den Mitgliedern der Alliance of Sahel States (ASS), zu denen Mali, Burkina Faso und Niger gehören.

Die Reise markiert eine potenzielle Wende in den Beziehungen, die lange von Spannungen geprägt waren. Nach den Militärputschen in Mali, Burkina Faso und Niger hatte die ECOWAS Sanktionen verhängt und eine Isolation der Militärregierungen angestrebt. Doch mit dem Amtsantritt Fayes – einem Politiker mit klarem Reformkurs – scheint sich die Haltung des Senegals gegenüber den Nachbarländern zu wandeln. Faye betonte nach dem Treffen die Notwendigkeit regionaler Solidarität im Kampf gegen den Terrorismus und die wirtschaftliche Stabilität.

Beobachter sehen in der Geste einen ersten Schritt hin zu einer Entspannung der Lage. Die Alliance of Sahel States hatte sich in den vergangenen Monaten zunehmend von westlichen Einflüssen abgekoppelt und militärische Kooperationen mit Russland vertieft. Eine mögliche Wiederannäherung mit der ECOWAS könnte neue diplomatische Wege eröffnen – auch im Hinblick auf die Stabilisierung der gesamten Region.

Quellen: The Africa Report